Tafel 40: Haltepunkt Schönfeld (Zschopautal)

Der Haltepunkt wurde mit der Eröffnung der Strecke Schönfeld - Geyer 1888 in Betrieb genommen und diente ausschließlich dem Personenverkehr. Anfangs ohne Gebäude in einem Bogen von 100 m Radius errichtet, kam 1912 ein Freiabtritt, Ende der 1920er Jahre auch eine Wartehalle hinzu. Der Freiabort war zur Betriebseinstellung 1967 nicht mehr vorhanden. Nach dem Überqueren der Sehma in Richtung Tannenberg folgte der Anschluss zur Papierfabrik Schönfeld (km 1,4). Der 1911 gegründete Betrieb war einer der bedeutendsten Güterkunden im Thumer Schmalspurnetz. Die Anlagen dieser Anschlussbahn wurden mehrfach erweitert und verfügten 1967 über zwei parallele Gleise sowie drei weitere Stumpf-gleise, die mit sieben Weichen verbunden waren. Anfangs wurden Wagen im Anschluss mit einer Spillanlage bewegt. Seit Anfang der 1960er Jahre standen dafür werkseigene Lokomotiven zur Verfügung. Dafür bestand seit 1965 auch ein Lokschuppen. Nach Stilllegung der Bahn nach Thum blieb der Anschluss zur Papierfabrik und das Streckengleis vom Bahnhof erhalten. Der Anschluss wurde mit eigens in Schönfeld - Wiesa vorgehaltenen Dampflokomotiven weiter mehrmals täglich bedient. Dieser sehr unwirtschaftliche Betrieb endete am 15.4.1985. Danach wurden die Schmalspurgleise in eine normalspurige Anschlussbahn umgebaut. Mitte der 1990er Jahre wurde der Betrieb des Anschlusses eingestellt und die Anlagen abgerissen. Die Dampfspeicherlok auf der Wiese links neben der B95 Richtung Chemnitz erinnert an diese Episode der Eisenbahngeschichte. Nur 500 m weiter Richtung Tannenberg bestand ein weiterer Gleisanschluss, der zur Holzstofffabrik Dietrich führte (km 1,9). Der Anschluss bestand aus zwei Stumpfgleisen und wurde bis 1968 bedient.

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